
ACHIM DÄSCHNER*1971 in Karlsruhe (D)
lebt und arbeitet/ lives and works in Karlsruhe
Achim Däschner ist studierter Medienkünstler. Der Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens liegt seit Ende 2003 jedoch in der Bildhauerei. Bereits in den frühen Medieninstallationen hatten Däschners Arbeiten eine starke Materialität und einen ausgeprägten Bezug zum konkreten Raum. Schon damals schuf er mit sehr reduzierten Mitteln archaisch anmutende Situationen, die die Mitarbeit eines Szenografen vermuten ließen. In seinen neuesten Objekten und Skulpturen lässt Däschner das Material sprechen. Er bleibt sich dabei treu, treibt die Reduktion weiter. Er erforscht Materialien wie Filz, Beton, Holz, Stahl, Schellack und Bienenwachs nach ihrer erzählerischen Beschaffenheit. Durch die Kombination dieser zum Teil sehr disparaten Materialien arbeitet Däschner die Qualitäten der verwendeten Stoffe heraus und führt sie uns in teilweise völlig neuem Licht vor Augen.
Wesentlich an der Arbeit Däschners ist der Einbezug des Kunstpublikums. Dies wird auch durch seine zahlreichen Kunstvermittlungsprojekte mit verschiedensten Einrichtungen deutlich. So zum Beispiel das Jugend-Internetprojekt “www.surfkult.de” am ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, das er 2003 ins Leben rief. Däschners aktuelles ZKM-Projekt "www.code204.de" wird Ende 2007 als Plattform für Internetkunst eine neue Ära der Netzkunst einläuten, eine Form der Medienkunst, um die es in den letzen Jahren still geworden ist.
An Däschners Arbeiten fällt vor allem die Selbstverständlichkeit auf, mit der sie einem begegnen. Sowohl die frühen Medienarbeiten als auch die heutigen sehr archaisch anmutenden Objekte aus Filz, Beton, Bienenwachs und Schellack, führen dem Betrachter nie eine Technik oder besondere Meisterschaft vor. Seine Installationen und Performances sind immer Teil des Gesamtgeschehens und so ist auch der Betrachter Teil der künstlerischen Inszenierung, auf die er wesentlichen Einfluss hat. So beeinflussten 2002 die Besucher der Ausstellungsperformance “Trigger Them” im Badischen Kunstverein Karlruhe, sowohl das von Livemusikern produzierte Soundgeschehen als auch die optische Erscheinung des ehemaligen Kinosaals durch ihr eigenes performatives Eingreifen mit Pinsel und Farbe.

Hier wird deutlich, dass bei Däschner visuelle Codes immer kommunikativ aufzufassen sind. Jede Bewegung , jede Handlung, jedes visuelle Zeichen sind Aussagen, die in die interaktive Datenverarbeitung zwischen Künstler, Werk und Betrachter eingespeist werden. Und genau hier bleibt auch das Performative der heutigen Kleinskulpturen erhalten – denn Däschner denkt jede Arbeit immer in der Kommunikation mit dem Betrachter: sie sind kostbare, redselige Kleinode in der Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Umgebung.
Zur Kunstmesse UND#2 wird Achim Däschner eine Installation in einer Halle des ehemaligen Autohauses aufbauen. Es ist zu erwarten, dass er in gewohnter Weise die Begebenheiten vor Ort aufgreifen und die Installation daran entwickeln wird. Dabei wird der von Däschner bekannte Aspekt der Inszenierung und der starke Bezug zu den verwendeten und umgebenden Materialien eine tragende Rolle spielen.
Ausbildung:
| 1992 - 1998 | Studium an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe |
| 1998 | Diplom im Fachbereich Medienkunst bei Prof. Klaus vom Bruch und Prof. Boris Groys |
Dozent unter anderem für:
Hochschule für Gestaltung Karlsruhe,
Pädagogische Hochschule Karlsruhe,
Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe,
Landesakademie Schloss Rotenfels.
Ausstellungen:
1996 ZKM | Fabrik
1998 Badisches Landesmuseum
2000 Sternberg AV
2000 Badisches Landesmuseum
2001 Sternberg AV
2002 Landesgewerbeamt Karlsruhe
2002 Badischer Kunstverein
2002 Tiefbauamt Karlsruhe
2005 Sternberg AV
2005 "Sculptures en Ville" Altkirch (Frankreich)
2006 Artespace Stuttgart
2006 Galerie Alfred Knecht
2007 "Sous la ligne bleue" Grosmagny (Frankreich)
Weitere Informationen unter www.achim-daeschner.de